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| Winsen hat einen Ersten
Stadtrat |
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wa Bahlburg. Winsen hat einen Ersten Stadtrat:
Christian Riech wurde am Donnerstagabend auf der Sitzung des
Winsener Stadtrates in Bahlburg vor allem mit den Stimmen der
Mehrheitsgruppe aus CDU, FDP und Statt-Partei in das Amt
gewählt. Der Ansiedlung eines Lidl-Marktes auf dem Gelände des
ehemaligen Hotels Stadt Hamburg (der WA berichtete) steht
nichts mehr im Wege. Das gilt auch für die Realisierung des
Baugebietes Hinterm Böge in Luhdorf. Auf der 7,7 Hektar großen
Fläche südlich der Autobahn und östlich des Weges In’n lütten
Busch sollen etwa 90 Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen.
Im Zuge des Vorhabens sollen im Oktober zwei Querungshilfen
auf der Winsener Landstraße gebaut werden. Für beide Projekte
gab der Rat mit den Stimmen der Gruppe grünes Licht.
Verabschiedet wurde zudem die neue Satzung für die Einstellung
einer ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten. Bevor
Christian Riech durchatmen konnte, lieferten sich Vertreter
von CDU, SPD, den Grünen und den Freien Winsenern eine hitzige
Debatte. Oliver Berten (Freie Winsener) bezeichnete das ganze
Verfahren als eine „peinliche Farce auf Kosten des
Steuerzahlers“. Die Einrichtung einer solch hochbezahlten
Stelle in Winsen sei derzeit nicht notwendig und „bar jeden
sozialen Fingerspitzengefühls“, kritisierte Berten. Man dürfe
zwar ein solches Wahlamt einrichten, müsse es aber
nicht. Dirk Oertzen (SPD) sprach von einer „unzeitgemäßen
Entscheidung“. Er stellte aber auch klar, dass es nicht um die
Person Christian Riech gehe. Er habe die Tragweite seiner
früheren Entscheidung nicht erkannt, räumte Dr. Erhard Schäfer
(Grüne) mit Blick auf die zusätzlichen Personalkosten ein.
Zugleich übte er Kritik an der Verwaltung: Sie hätte die
Konsequenzen in den Vorlagen deutlicher herausarbeiten müssen.
Auch Heinrich Schröder (SPD) fühlte sich nicht richtig
informiert. Er hätte gerne die Unterlagen der anderen Bewerber
gesehen, so Schröder. Deshalb werde er sich nicht an der Wahl
beteiligen. Kristian W. Tangermann (CDU) wies die Kritik
scharf zurück. Er warf Berten vor, extremen Sozialneid zu
schüren und Volksverdummung zu betreiben. Das Verfahren sei
rechtlich so vorgeschrieben. Christian Riech erhalte als
Erster Stadtrat zusätzliche Aufgaben und trage mehr
Verantwortung. Das werde entsprechend entlohnt. Riech erfülle
alle Voraussetzungen für das Amt. Das bestätigte auch Angelika
Bode. Der 44-jährige Volljurist sei der beste aller sieben
Bewerber gewesen, sagte die Rathauschefin. 23
Ratsmitglieder stimmten in geheimer Wahl für Riech als Ersten
Stadtrat, sechs waren dagegen, neun enthielten sich. Christian
Riech nahm die Wahl an. Damit ist der dreifache Familienvater
für acht Jahre in das Beamtenverhältnis auf Zeit gewählt. Er
zeigte sich erleichtert, dass die öffentlichen Diskussionen um
seine Person samt Gehalt nun endlich ein Ende haben. Er selbst
habe damit umgehen können, doch für seine Familie sei das
weitaus schwerer gewesen, räumte Riech gegenüber dem WA
ein. Als Aufwandsentschädigung für eine ehrenamtliche
Gleichstellungsbeauftragte schlug die Mehrheitsgruppe 150 Euro
im Monat vor. Darüber hinaus erhält sie einen Arbeitsplatz im
Rathaus. SPD, Grüne und Freie Winsener kritisierten noch
einmal die Abschaffung der hauptamtlichen
Gleichstellungsbeauftragten Renate Leutloff. Sie beginnt am 1.
Juli eine neue Tätigkeit als Sachbearbeiterin. Leutloff wird
durch eine ehrenamtliche Kraft ersetzt.
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| Die letzte Marschkunst? |
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wa Fahrenholz. „Bis hierhin…“ ist nicht nur das
Thema der zehnten Ausstellung Marschkunst-Kunstmarsch, die am
10. Juni im Hundener Hofcafé Marschendeel eröffnet wird. „Bis
hierhin“ dachten sich auch die Organisatoren Sigrid und Peter
Jacob sowie Karin und Walther Zander, die die beliebte
Ausstellung in diesem Jahr zum letzten Mal auf die Beine
stellen werden. „Zwischenzeitlich stand sogar zur Debatte,
dass schon die zehnte Marschkunst nicht mehr stattfinden
soll“, erzählt Jacob. Doch die vier „Erfinder“ der
Freiluft-Kunstausstellung wollten die Bühne nicht ohne einen
ordentlichen Schlusspunkt verlassen und begannen ein weiteres
Mal mit der zeitraubenden Organisation. Nach der
Abschlussveranstaltung am Ende des Sommers ist dann für die
vier Fahrenholzer wirklich Schluss. „Eine weitere Marschkunst
wird es zumindest unter unserer Federführung nicht geben. Wenn
sich Nachfolger finden, stehen wir natürlich beratend zur
Seite. Wenn nicht, ist endgültig Ende“, ist Jacob traurig.
Seit 1995 prägt die Marschkunst den kulturellen Sommer in der
Elbmarsch. Gesundheitliche Gründe und Altersgründe führen die
Jacobs und die Zanders für ihren Rückzug an. Entstanden war
die Idee vor mehr als zehn Jahren nach dem Vobild einer
Ausstellung in Köln, wo Landart-Künstler und Gartenbesitzer
zusammenarbeiteten. Peter Jacob und Günther Maskow waren
damals begeistert und wollten etwas Ähnliches in der Elbmarsch
auf die Beine stellen. Jacob erinnerte an den 17. Juni 1995,
als die erste Veranstaltung mit 24 Künstlern und 31 Werken auf
dem Hof Zander eröffnet wurde. Während der acht folgenden
Marschkunst-Veranstaltungen stieg die Beliebtheit bei
Künstlern und Publikum stetig an. 2004 waren insgesamt 63
Werke von 52 Künstlern und Gruppen zu sehen. Zur zehnten
und vielleicht letzten Kunstmarsch haben die Organisatoren
alle 153 Teilnehmer der letzten neun Veranstaltungen
eingeladen, sich zu beteiligen. Die Resonanz beim ersten
Vorbereitungstreffen im Februar war groß, so dass Jacob
optimistisch ist, wieder etwa 50 Künstler an Bord zu haben.
Arbeitsintensiv für Peter und Sigrid Jacob ist auch in diesem
Jahr wieder die Sponsorensuche. Einen Teil der Kosten, die
schätzungsweise zwischen 10000 und 12000 Euro liegen werden,
übernimmt wieder die Toto-Lotto-Stiftung, und „auch die
Samtgemeinde Elbmarsch und die Gemeinde Drage haben uns nie im
Regen stehenlassen“, so Jacob. Schlechter sieht es da
allerdings mit der finanziellen Beteiligung der Stadt Winsen
aus. „Da fühlen wir uns schon ein wenig stiefmütterlich
behandelt.“ Bis zum 10. Juni will das bewährte
Organisationsteam auch die finanziellen Stolpersteine aus dem
Weg geräumt haben und vor allem den Hundenern mit dem
geplanten Dorf-Pavillon (der WA berichtete) einen bleibenden
Höhepunkt bescheren.
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| Voran: Jugendhilfe und
Abfallwirtschaft |
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wa Nenndorf/Winsen. Zwei Problemkreise, die die
Mitglieder des Winsener Kreistags lange beschäftigten, wurden
im Rahmen der gestrigen Kreistagssitzung im Nenndorfer
Gasthaus Böttcher abgeschlossen. Die Vereinbarung des Kreises
mit Städten und Gemeinden über die künftige Wahrnehmung der
Jugendarbeit wurde verabschiedet. Das Abfallwirtschaftskonzept
2005 bis 2009 stieß auf breite Zustimmung. Ohne Chancen blieb
ein Antrag der Grünen, zum 20. Jahrestag der
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl eine Kreistags-Resolution
zu verabschieden. Zum Thema „Leukämie in der Elbmarsch“
besteht Einvernehmen darüber, die gegenwärtig noch laufenden
Untersuchungen abzuwarten und voraussichtlich im Herbst die
Bürger in der Samtgemeinde Elbmarsch im Rahmen einer
öffentlichen Veranstaltung über den aktuellen Sachstand zu
informieren. Die Kreisverwaltung will die Organisation
Kinderkrebsregister bei der Suche nach weiteren Methoden der
Ursachenforschung unterstützen. Die Grünen wollen das Problem
wieder thematisieren. Sie wiesen auf die konstante Gefahr für
die Elbmarsch-Bewohner hin. Seit 1990 seien 15 Kinder neu
erkrankt. Für die Vereinbarung über die Aufgaben der
Jugendhilfe bekam die Kreisverwaltung ein dickes Dankeschön
mit auf den Weg. Diese Vereinbarung sieht – wie ausführlich
berichtet – unter anderem Mindeststandards sowie finanzielle
Mindestleistungen für die Kommunen vor, denen es freigestellt
ist, über diese Standards hinauszugehen. Das
Abfallwirtschaftskonzept sieht die bisherige Organisationsform
Nettoregiebetrieb auch weiterhin vor. Allerdings wird vom 1.
August 2008 an ein so genanntes Ident-System mit neuen
Behältern und neuen Behälter-Volumina eingeführt (der WA
berichtete ausführlich). Erster Kreisrat Joachim Bordt gab
angesichts des in den Mittelgebirgen aufgetretenen
Elbe-Hochwassers bekannt, dass das Winsener Kreisgebiet
relativ sicher sei. Eine ehemalige Schwachstelle im Elbdeich
zwischen Avendorf und Artlenburg entspreche mittlerweile dem
Stand der Technik. Außerdem gehen Fachleute davon aus, dass
der Hochwasserscheitel in zirka zehn Tagen in Niedersachsen
zirka 30 bis 50 Zentimeter unter dem des Jahres 2002 (August)
liegt. Unterhalb der Staustufe Rönne soll das Hochwasser auf
zirka 3,90 Meter über Normalnull steigen. Bordt ist künftig
Aufsichtsratsmitglied des HVV. Der Kreistag entschied
einstimmig.
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| Kreativwettbewerb hat viele
Sieger |
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wa Nindorf. Dass Kinder die Welt mit ganz anderen
Augen betrachten als Erwachsene, kann man am Besten an ihren
Bildern ablesen. Wenn diese dann auch noch unter einer
kreativen Aufgabenstellung entstanden sind, entstehen
besonders fantasievolle Arbeiten. „Entdecke die Welt,
Menschen, Länder und Kulturen“ war der diesjährige
internationale Jugendwettbewerb der Volks- und
Raiffeisenbanken überschrieben. Allein im Bereich der
Volksbank Nordheide reichten Kinder aller Schulklassen rund
1700 Arbeiten zu diesem Thema ein. Ihren Vorstellungen von
fremden Kulturen und Menschen gaben die Kinder und
Jugendlichen in bunten Farben mit Pinsel, Tusche, Buntstiften
und teils aufwändigen Montagetechniken Ausdruck. Im Restaurant
des Wildparks Lüneburger Heide in Nindorf zeichnete Erhard
Lipke, Chef der Volksbank Egestorf, jetzt die besten Arbeiten
aus. In fünf Kategorien wurden jeweils die besten fünf
Künstler mit Geldpreisen bedacht. Die Erstplatzierten jeder
Gruppe qualifizierten sich gleichzeitig für den Juryentscheid
auf Bezirksebene. Mit ihrem Motiv „Der Ritt durch den
Nordpol“ erreichte die neunjährige Antonia Mehl aus
Rosengarten den ersten Platz in der Gruppe der Erst- und
Zweitklässler. In der Klassenstufe drei und vier kam „Die
Schottin mit dem Dudelsack“ von Kira Zerwer (11), ebenfalls
aus Rosengarten, auf Platz eins. Den ersten Platz in der
Klassenstufe fünf bis sechs sicherte sich die elfjährige
Virginia Albers aus Egestorf. Sie hatte den „Weg einer
Karawane in der Wüste“ dargestellt. Das schönste Bild in der
Klassenstufe sieben bis neun hatte Catja Nenning (14) aus Neu
Wulmstorf eingereicht. Unter dem Stichwort „Bewahrung der
Kultur“ hatte sie sich dem Thema „Traditioneller
Wassertransport“ gewidmet. Mit dem Bild „Kulturen begegnen
sich“ gewann die 18-jährige Sabrina Niemann aus der
Klassenstufe zwölf aus Meckelfeld den ersten Preis Mit
ihren Bildern werden sich die Gewinner schließlich auf
internationaler Ebene messen. Der mittlerweile größte
Wettbewerb seiner Art wird von den Genossenschaftsbanken in
Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Luxemburg,
Österreich und der Schweiz getragen. Beim letztjährigen
Jugendwettbewerb gingen über 1,4 Millionen Beiträge zur
Bewertung ein.
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| Revival für alte
OHE-Trasse! |
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wa Salzhausen/Celle. 100 Jahre nach der
Inbetriebnahme der Bahnstrecke von Winsen nach Egestorf steht
diese Strecke vor einer im Wortsinne bahnbrechenden
Renaissance. „Wir legen im Schienengüterverkehr
überproportional zu“, berichtete Dr. Jens Jahnke am Rande der
Jahreshauptversammlung des Verkehrs- und Kulturvereins
Salzhausen (siehe Bericht unten) im Gespräch mit dem WA.
Jahnke begründete dieses Wachstum vor allem mit der
konsequenten Neuausrichtung „unseres
Dienstleistungsportfolios“. Zudem beflügle das Entstehen der
Metropolregion Hamburg auch den Schienengüterverkehr, was auch
den OHE zugute kommen dürfte, ist sich Jahnke sicher.
Inzwischen liegt dem WA ein vertrauliches Dokument aus der
Firmenzentrale des OHE-Konzerns vor, das den verheißungsvollen
Titel „Let’s move it“ trägt. Ein Inhaltspunkt der Kampagne
lautet: Ausbau des Schienenstrangs von Winsen nach Egestorf im
Zuge der vorhandenen Trasse. Heißt: Der gesamte rund 31
Kilometer lange Gleisstrang soll zweigleisig erfolgen.
Geschätzte Kosten: rund 35 Millionen Euro. Mit dem
Streckenausbau ziehen die OHE auch die Konsequenz aus der
immer deutlicher zu Tage tretenden Überlastung der Bahnstrecke
Hannover-Hamburg sowie dem enormen Gütermengenwachstum im
Hamburger Hafen, das im Vor- und Nachlauf zum Hafen zu einem
immer größer werdenden Teil auf der Schiene abgewickelt
wird. Auch das begründet die Entscheidung zum Ausbau der so
genannten Kleinbahnstrecke: Die Verwirklichung der Y-Trasse,
über die ja ein Teil des Schienengüterverkehrs von und nach
Hamburg aufgefangen werden soll, rückt in immer fernere
Zukunft, weil dem Bund das Geld fehlt. Hingegen stehen, so
ist zu hö-ren, Gelder für den Ausbau der OHE-eigenen Strecke
zur Verfügung, und zwar Eigenmittel und auch Fremdgelder.
Dabei kommen die OHE in den Genuss eines brandneuen
Förderprogramms der EU-Kommission zur Revitalisierung alter
Bahnstrecken. Wie der WA bei Yves Montand, Sprecher bei der
Generaldirektion VII (Verkehr) bei der EU-Kommission erfuhr,
ist der Ausbau der Strecke Winsen-Egestorf „top prioritär“.
Dass es mit dem Bau der Strecke schnell vorangehen könnte,
ist auch der neuen Gesetzgebung des Bundes geschuldet. Das
ursprünglich nur für die neuen Bundesländer auf den Weg
gebrachte Verkehrswege-Ausbaubeschleunigungs-Gesetz soll
künftig auch in den alten Bundesländern zur Anwendung kommen.
Bemerkenswert ist, dass die OHE bereits vorgearbeitet
haben. So konnte das Unternehmen rund 20 Kilometer
vorgefertigte Schienen und Bahnschwellen aus
Mecklenburg-Vorpommern beziehen. Die OHE haben die
Schienenmodule in verschiedenen Bereichen ihres
Wirkungsbereiches zwischengelagert, so auch in Toppenstedt.
Kein Problem sehen die Projektbeteiligten auch in Sachen
Umweltschutz. Die Strecke wurde bereits vor 100 Jahren
zweigleisig geplant. Das benö-tigte Land steht damit zur
Verfügung, zudem wurde ein Planfeststellungsbeschluss aus dem
Jahre 1906 – ungeachtet aller Wirren der Zeit – konsequent
fortgeschrieben. Ein leitender OHE-Mitarbeiter erklärte dazu:
„Das Ding holen wir jetzt einfach aus der Schublade.“
Immerhin: Die Zeit drängt. Der symbolische Spatenstich soll am
1. Januar 2007 erfolgen.
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